Neuigkeiten vom Schach

Februar 2018
04.02. 11:00 Uhr6. Runde Oberliga Nord Ost
17.02.6. Runde 2. Frauen-Bundesliga Ost
18.02.7. Runde 2. Frauen-Bundesliga Ost
18.02. 09:00 Uhr7. Runde BMM
23.02. ab 19:00 UhrVereinsabend: Blitz (Hotel Königin Luise, Parkstraße 87, 13086 Berlin)
25.02. 11:00 Uhr7. Runde Oberliga Nord Ost
März 2018
09.03. ab 19:00 UhrVereinsabend: Vortrag (Hotel Königin Luise, Parkstraße 87, 13086 Berlin)
11.03. 09:00 Uhr8. Runde BMM
18.03. 11:00 Uhr8. Runde Oberliga Nord Ost
04.02.2018

Neuruppin - Rotation 1:7

In der 6. Runde der Oberliga ging es für uns weit in den hohen Norden nach Neuruppin. Aus der Auswärtsniederlage gegen Oberschöneweide wurden zwei Schlüsse gezogen: 1. Keiner macht ohne Kampf Remis und 2. zu einem Auswärtskampf reist man am Vortag an. Somit trafen sich Mini, Thomi, Clemens, Ben und ich gegen 18 Uhr im Hotel Am Alten Rhin. Der einzige, der sich normal präpariert hatte, war Thomi. Er war genüsslich einen Halbmarathon gelaufen, um damit genügend Kraft für die Tortur einer Massage in der Therme zu akkumulieren. Irgendwann saßen wir dann um einen gedeckten Tisch, lobten die Brandenburger Küche und genossen Vorbereitungsgetränke. Gegen zehn zogen wir an einen Kartentisch um und lauschten Bens Ausführungen zu den Spezifika der Doppelkopf-Bundesliga. Gegen zwei war der Wein alle, und jeder zog sich zu seiner persönlichen Vorbereitung zurück.

Stephan hatte aus den ersten Kämpfen logisch geschlussfolgert, dass, wenn er pünktlich anträte, die ersten 3 Bretter des Gegners den Weg aus Ungarn nicht auf sich nehmen würden. Somit waren wir klar favorisiert. An einigen Brettern fiel die Entscheidung sehr früh. Chronologisch:

  1. Mini opferte im Grünfeld den Ta1 für den Lg7. Als der Gegner dann f6 und e6 zog, schlug es auf g6 ein. Also hatte der Gegner einen Mehrturm und gab einige Züge später auf.
  2. Stephan nahm den Bauern auf c4. Da sein Gegner keine wirklich aktiven Züge machte, landete sein Läufer auf d5 und der Mehrbauer am Damenflügel wurde aktiviert und durchgepeitscht.
  3. Jörg kam irgendwie nie dazu, einen passiven Zug zu spielen. In der Endstellung gab es einen weißen Be5 und Dame, 2 Türme, Springer und Läufer waren auf die auf kurze Rochade gerichtet. Bevor es einschlug, kam die Aufgabe.
  4. Der Schreiberling beantwortete Sd6+ nach alter Theorie mit Ke7. Da Weiß konsequent alle eventuell aktivierbaren Figuren abtauschte, stand der König im Endspiel genau richtig.
  5. Ben spielte unorthodox, lockte wieder den weißen B nach h6 um ihn abzutragen. In der Phase, wo sich dem Gegner Gegenchancen boten, agierte Ben umsichtig, konsolidierte sich, kam in Vorteil und schlug zu.
  6. Thomi ging die Eröffnung daneben, für seinen Bauern hatte er nicht wirklich Kompensation. In der nächsten Phase agierte er cleverer als der Gegner und bugsierte seinen S auf f5. Als der Gegner am Damenflügel Züge machte, schienen für die Kiebitze Dg4 nebst Te7 und Opferkanonade zu gewinnen. Thomi machte den zweiten vor dem ersten und musste einige Züge später aufgeben.
  7. Lars musste früh seinen Lg7 abtauschen, generierte aber Spiel am Damenflügel. Figuren wurden getauscht, Lars konnte mit Dame und Turm eindringen und drohte immer einen Zug eher mattzusetzen als der Gegner. Irgendwann konnte sein Gegner die Figuren nicht mehr koordinieren.
  8. Clemens machte Druck und gewann im Übergang ins Endspiel einen Bauern. Er hatte richtig eingeschätzt, dass bei seinen Ba4, b3, c4 und d5 sein Lb1 viel stärker ist als ein schwarzer Sb4. Irgendwann fiel auch noch der scharze h6 und der Gegner gab auf.

Insgesamt ein hoher 7:1 Sieg gegen einen stark ersatzgeschwächten Gegner. Ich will nicht ausschließen, dass Mini und Stephan völlig fehlerlose Partien gelungen sind. Gegen Greifswald geht es Ende Februar darum die realistischen Wiederaufstiegschancen tatsächlich zu nutzen.

Steini
03.02.2018

Die Zweite berichtet: Im Keller nichts Neues

Im ersten unserer Endspiele in dieser Landesliga-Saison empfingen wir Berolina Mitte. Seitdem einige ehemalige Rotationer anheuerten, ist Berolina eine feste Größe in der Landesliga. Entsprechend ist unsere Bilanz in den letzten Jahren negativ, auch wenn es immer ziemlich knapp gewesen war. Im Gegensatz zum letzten Jahr spielte sich unser Duell nun aber im unteren Tabellendrittel ab, wobei wir mit zwei Mannschaftspunkten weniger die Punkte noch dringender brauchten. Beide Mannschaften spielten in Bestbesetzung.

Als erstes endete die Partie an Brett 8. Aus der Eröffnung heraus baute sich Peter mit Weiß solide auf, wehrte etwaige Angriffsbemühungen ab und fand sich bald in einem zumindest optisch etwas besseren Leichtfiguren-Endspiel wieder. Allerdings wurde es dann recht direkt gespielt und die Abwicklung mündete in ein ungleichfarbiges Läuferendspiel mit gleichen Bauern - 0,5:0,5.

Wie oft in dieser Saison wurde es bei Nici an Brett 7 schnell konkret. Als Kompensation für die geschwächte Bauernstruktur am Königsflügel suchte er mit Schwarz sein Spiel am Damenflügel. Die Ideenfindung und Berechnungen kosteten ihn leider übermäßig viel Bedenkzeit. Diese fehlte dann im weiteren scharfen Verlauf der Partie, und leider reichte es auch nach einem Figurenopfer nicht mehr zu einem Dauerschach - 0,5:1,5.

Gewohnt solide baute sich Detlef an Brett 1 mit Schwarz auf. Vermutlich hatte er die Variante schon gefühlt tausendmal auf dem Brett gehabt. Dagegen ging Weiß ziemlich konkret vor, was wohl zu viel war und ihm letztlich einen schwachen Bauern einbrachte. Mit diesem konkreten Angriffsziel verstärkte Schwarz Schritt für Schritt seine Stellung und erzielte damit klaren Vorteil. Wohl aus der Not heraus brachte Weiß ein Figurenopfer, aber Detlef ließ taktisch nichts anbrennen und holte sicher den Punkt - 1,5:1,5.

Opi spielte an Brett 2 mit Weiß eine souveräne Partie. Den Anzugsvorteil nutzend stellte er Schwarz von Beginn an vor Probleme und schnürte ihn immer mehr ein. Im Weiteren kam er dann zu einem Qualitätsgewinn und wenig später auch zum Partiegewinn - 2,5:1,5.

Bei Norman an Brett 6 entwickelte sich aus der Eröffnung heraus eine geschlossene Stellung. Mit Weiß musste er nach schwerblütigem Spiel sich gegen eine gewisse gegnerischen Initiative stemmen und seinerseits Gegenspiel suchen. Plötzlich gelang ihm dies nach einem Aussetzer des Gegners sehr direkt, so dass er entscheidend Material und gleich die Partie gewann - 3,5:1,5.

Meine Partie an Brett 3 war dagegen ein Spiel auf ein Tor, und zwar auf mein schwarzes. Gesundheitlich angeschlagen übersah ich gleich in der Eröffnung beim Streben nach Vereinfachung eine taktische Abwicklung, die mir einen Minusbauern und einen Isolani einbrachte. Nach der Abwicklung in ein Doppelturmendspiel keimte etwas Remis-Hoffnung auf, um nach dem nächsten taktischen Aussetzer samt erneutem Bauernverlust diese dann gleich wieder zu begraben - 3,5:2,5.

Dagegen hatte Martin an Brett 5 seine Partie aus der Eröffnung heraus anscheinend fest im Griff und war optisch klar im Vorteil. Einhergehend damit war aber auch der Zeitverbrauch hoch, so dass er in Zeitnot wohl zur Vereinfachung dann eine Abwicklung in ein vermeintlich sicheres Turmendspiel wählte. In diesem war allerdings sein vormals starker Freibauer nicht mehr zu halten, und durch die Bauernverteilung war das Endspiel nun glatt verloren - 3,5:3,5.

Entscheidend für das Endergebnis erwies sich damit die Partie an Brett 4. Jan spielte mit Weiß in der Eröffnung gewohnt aktiv und stellte Schwarz bald vor Probleme. Nach Damentausch und Türmen auf der 7. Reihe schien es nur eine Frage der Zeit, bis die schwarze Stellung zusammenbricht. Stattdessen verteidigte sich Schwarz zäh und konnte seinerseits mit einem gedeckten Freibauern am Damenflügel das weiße Spiel binden. Im dann folgenden taktischen Gemetzel verflüchtigten sich in Zeitnot die weißen Drohungen, so dass auch hier schlussendlich ein für uns verlorenes Turmendspiel auf dem Brett stand - 3,5:4,5.

Am Ende also wieder eine knappe wie ärgerliche 3,5:4,5-Niederlage. Damit stehen wir zwar nicht auf einem Abstiegsplatz, aber dies nur aufgrund der besseren Brettpunktzahl. In den kommenden beiden Runden spielen wir nun gegen unsere Tabellennachbarn Friesen Lichtenberg und SC Kreuzberg 3. Hier müssen wir unbedingt gewinnen, um nichts mit dem Abstieg zu tun zu haben!

CD
30.01.2018

Spielbericht der Frauenmannschaft vom 27.01./28.01.2018

In den Runden 1-3 der 2. Frauenbundesliga Staffel Ost waren wir bereits sehr erfolgreich in die aktuelle Schachsaison 2017/2018 gestartet. Alle drei Wettkämpfe wurden mit hoher Brettpunktzahl gewonnen, so dass wir vor dem Wochenende in Leipzig als Spitzenreiter mit 2 Punkten Vorsprung in die Wettkämpfe gingen. Wir traten nicht in unserer Stammaufstellung und somit vermeintlich ersatzgeschwächt an, diese sollte sich jedoch für unsere Gegnerinnen als fatal erweisen. Wir spielten in folgender, wie sich herausstellen sollte, sehr starken Aufstellung:

  • 1. Brett: Brigitte Burchardt
  • 2. Brett: Constanze Jahn
  • 3. Brett: Antje Göhler
  • 4. Brett: Sibylle Heyme
  • 5. Brett: Iris Mai
  • 6. Brett: Sylvia Wolf
  • Nach 3 Stunden Spielzeit erreichten Brigitte und Sylvia an den Brettern 1 und 6 in ausgeglichenen Stellungen jeweils ein Remis, zu dieser Zeit stand Antje an Brett 3 bereits auf Gewinn. Dieser wurde dann souverän eingefahren. Sibylle arbeitete sich an Brett 4 aus einer äußerst gedrückten Schwarzstellung bestens heraus und konnte in der Zeitnotphase gegen die bis dahin ungeschlagene Martina Beltz zunächst einen Stellungsvorteil mittels Figurenopfer und später einen tollen Gewinn verbuchen. Mit dem soliden Remis von Iris an Brett 5 war unser Wettkampf bereits gewonnen, so dass der Verlust von Conny an Brett 2 nach einer spannenden Kampfstellung verschmerzbar war. Siegergebnis: 3,5 : 2,5

    Nach einem netten abendlichen Ausklang bei einem guten Leipziger Italiener traten wir am Sonntag gegen die SG Leipzig-Lindenau an. Zunächst schlug die „Remiszange“ an Brett 1 (Brigitte) und 6 (Sylvia) wieder zu. Dann purzelten in kurzer zeitlicher Reihenfolge die Siege an Brett 5 (Iris), Brett 2 (Conny), Brett 3 (Antje) und Brett 4 (Sibylle). Nach 3 Stunden war alles vorbei, Siegergebnis: 5:1!

    Da die nunmehr zweitplatzierte Mannschaft USV TU Dresden einen Mannschaftspunkt liegen ließ, gehen wir in das letzte Wettkampfwochenende mit 3 Mannschafts –und 6,5 Brettpunkten Vorsprung. Unser Ziel ist damit klar: Wir wollen die Saison 2017/2018 mit dem 1. Tabellenplatz abschließen!

    Ob und wie uns das gelingt, können alle Interessierten erfahren, die uns zu unserem Heimspiel im DERAG Living Hotel Weißensee (Parkstr.87) am 17./18.2.2018 die Daumen drücken. (Spielbeginn Samstag 14 Uhr, Sonntag 9 Uhr)

    Gudula Seils
    25.01.2018

    Alle Jahre wieder...

    ...bitte an die Bezahlung des Mitgliedsbeitrags denken!

    CD
    25.01.2018

    TSG Oberschöneweide – Rotation Pankow 4,5 : 3,5

    Die 5.Runde der Oberliga Nordost ergab das ewig junge Duell alter Bekannter. Beide Seiten traten in Bestbesetzung an, so dass ein spannender Kampf zu erwarten gewesen ist.

    So kam es schließlich auch, allerdings anders als vermutet. Nach knapp 2 Stunden waren bereits 4 Partien in den gemütlichen Remishafen eingelaufen. Noch schneller als der Verfasser waren die Partien von Lars, Ben und Jörg beendet. Jeder mag hierfür seine eigenen persönlichen Gründe gehabt haben, aber mannschaftsdienlich ist sicher anders. In allen Paarungen waren wir – zum Teil klar – favorisiert. Jan, Edel-Kibitz und Kenner beider Vereine brachte es dann auch auf den Punkt : In ausgeglichener Stellung sollte bei so einer Konstellation Weiterspielen Pflicht sein ! Recht hat er !

    Clemens hatte ein frühes Remisangebot seines Gegners D. Rosenthal sportlich ausgeschlagen, entschied sich in einer sehr dynamischen Stellung dann aber leider für eine schlechte Abwicklung und war mit Problemen konfrontiert. Inwieweit diese schon entscheidend waren vermag ich nicht zu beurteilen. Wenig später mussten wir hier aber die Null quittieren.

    Bernd kam schwer in die Partie und hatte zumindest nach Meinung seines mit Chemiker-DNA ausgestatteten Gegners Jens zwischenzeitlich auch mächtig Glück. Im Endeffekt ein erspielt und erkämpftes Remis, auch wenn wir uns hier sicher etwas mehr erhofft hätten.

    Der ganze Kampf hing somit an den Partien Horn – Guth und Stark – Dr. Müller.

    Thomas spielte zwar eine Einbahnstraße die jedoch in einer Sackgasse zu enden schien. SF Horn pendelte 20 Züge lang mit seinem Turm zwischen a8 und b8 während der thomasische König von g1 bis nach b6 wanderte und wieder zurück. Die Kibitze vermochten nicht im Ansatz hier ein Durchkommen zu erkennen. Aber unser bester Kämpfer hatte noch eine verdammt listige Idee erspäht. Nachdem Alterspräsident R.P. zwischenzeitlich eskalierte und zum eigenen Schutz kurz an die frische Luft eskortiert wurde behielt Horn kühlen Kopf und neutralisierte kurz aufkommende Hoffnungen souverän, was mit einem halben Punkt verdient belohnt wurde.

    Hoffnungsfroh stimmte lange Minis Partie. Neben einem Stellungsvorteil verwaltete er auch einen gesunden Mehrbauern. Für den die Szenerie früh verlassenden SF Syre war die Sache klar, "4:4" und verabschiedete sich in den freien Sonntag. Die Stellung war allerdings kein technischer Selbstläufer und die beiderseitige Zeitnot tat ihr übriges. Mal schien es, als wäre die Stellung gekippt, dann nicht zu gewinnen und schließlich, da geht noch was… Am Ende des Tages neutralisierten sich die ungleichfarbigen Läufer und die Niederlage war mit = 7 und -1 besiegelt.

    SB
    18.01.2018

    Die Zweite berichtet: Im Tabellenkeller nichts Neues!

    "Dieses Mal schreibt jemand anderes den Bericht!" sagte Detlef, nachdem er zuvor über sechs(!) Stunden schachliche Schwerstarbeit geleistet hatte - es war die letzte Partie des BMM-Wettkampfes SC Kreuzberg II gegen Rotation Pankow II. Und recht hat er, denn neben seiner Hauptfunktion als Cheftrainer ist Detlef in letzter Zeit vor allem auch als Chefchronist eingespannt gewesen (Auch wenn ich Deine Berichte sehr gern lese, Detlef!). Und da liegt es dann auch nah, dass Bericht erstatten darf, wer am Sonntag als Erster fertig war: Nachdem ich in der Eröffnung eine vielversprechende Möglichkeit ausgelassen hatte, bot mir mein Gegner nach gut 2,5 Stunden Remis. Obwohl die Stellung sicherlich etwas besser für mich war, nahm ich nach einigem Überlegen an; meine bisherigen Saisonleistungen und ein Blick auf die anderen Bretter waren mir Grund genug. Denn Peter, der nicht müde wird zu betonen, wie oft er nun schon schwarz hatte (aktueller Stand: vier Mal nach fünf Runden), stand seinen Unkenrufen zum Trotz ausgangs der Eröffnung ausgezeichnet: Zum einen drohte nach La6 ein Qualitätsgewinn auf f1 und zugleich der Einstieg eines Springers auf d3. Und als kurz danach auch noch der Läufer auf g7 zum Leben erwachte, wurden erst ein paar Bauern eingesammelt und dann der Punkt souverän eingefahren. Andererseits war auch Normans Niederlage beizeiten absehbar. Bei einem Schlagab- inklusive Damentausch in der Eröffnung hatte er wohl einen gegnerischen Zwischenzug übersehen, der eine Figur kostete. Bei mir keimte zwar kurzzeitig Hoffnung auf, als Norman noch einen zweiten Bauern für die Figur bekam. Aber nachdem dann schnell die Türme vom Brett verschwanden, schleppte er die Partie zwar noch eine Ewigkeit weiter, ohne dass am Ausgang jedoch noch Zweifel aufkamen.

    An den anderen Brettern war die Lage wesentlich unklarer. Christian ging gewohnt aggressiv zu Werke: Den ersten angebotenen (Morra-)Bauern verschmähte der Gegner noch, aber Christian ließ nicht locker. Für den Bauern bekam er etwas Spiel (der gegnerische König verblieb zunächst in der Mitte, und Christian drohte auf den schwarzen Feldern einzudringen), doch verschwanden wohl zu viele Figuren vom Brett, so dass sich der Gegner konsolidieren konnte und sogar noch einen zweiten Bauern abgriff; irgendwann stand ein hoffnungsloses Turmendspiel auf dem Brett, welches auch nicht lange währte. Jan hingegen wehrte sich wie immer mit allen Kräften und dies war auch nötig: Nachdem ihm die Stellung nach beidseitig zurückhaltender Eröffnung inklusive frühzeitigem Damentausch zu trocken war, versuchte er auf Kosten seiner Bauernstruktur (g:f6) etwas Leben hineinzubringen. Dies misslang jedoch völlig und er wurde im Endspiel Stück für Stück überspielt. Mit einigem Erfindungsreichtum, aktivem Spiel und wohl auch unter Mithilfe des Gegners konnte Jan am Ende das Remis halten - ganz kurz keimte sogar noch Hoffnung auf etwas mehr auf, aber schon wenige Züge später standen nur noch zwei Könige auf dem Brett.

    Jürgen konnte sich im Jahrgangsduell an Brett 2 in der Eröffnung das Läuferpaar sichern, um danach erst mal auf der Hut zu sein, nicht in einen gegnerischen Angriff am Königsflügel zu geraten. "Safety first" war also zunächst das Motto, und als der gestandene Gegner es mit seinen Offensivbemühungen wohl etwas übertrieb, konnte Jürgen selbst erste aktive Akzente setzen und weitere Schwächen provozieren. Schließlich wurde das Läuferpaar in eine Mehrqualität getauscht, was kurze Zeit später auch die Partie beendete, denn zu viele Bauern drohten zusätzlich verloren zu gehen. Die wohl letztlich entscheidende Partie des Wettkampfes spielte Dominic gegen den amtierenden Berliner Seniorenmeister. Nach solider Eröffnungsbehandlung konnte er sich mit starkem Spiel nach und nach Vorteile herausarbeiten, die zu einem Endspiel mit Freibauer auf der a-Linie führten. In sehr aussichtsreicher (wenn nicht gar Gewinn- ?) Stellung, griff Dominic jedoch leider fehl und stellte zweizügig eine Figur ein. Wie gut die Stellung zuvor war, zeigte sich daran, dass Dominic dank des a-Bauerns trotz Minusfigur wohl immer noch nicht auf Verlust stand - erst als dieser Bauer verloren ging wurde es sehr schwer. Im schließlich resultierenden Endspiel Läufer gegen Läufer+Springer+Bauer konnte Dominic zwar noch mit einer kleinen Pattidee aufwarten. Aber die Frage, ob denn der erfahrene Gegner mit Läufer und Springer mattsetzen könne, wurde von diesem letztendlich souverän beantwortet.

    Und auch wenn Dominics Partie über drei Partieformulare und mehr als 120 Züge ging, so war es doch - wie bereits eingangs erwähnt - nicht die letzte des Wettkampfes: Am Spitzenbrett kam es zum mit Vorfreude erwarteten Duell des Cheftrainers gegen den Meister der schachlichen Kurzreportage. Dass diese Partie bis in die siebte Stunde ging, war auch dem Umstand geschuldet, dass die Uhr noch im Zweitligamodus war und nach der Zeitkontrolle statt 30 beiden Spielern jeweils 50 Minuten gutgeschrieben wurden. Dies sorgte kurzzeitig für etwas Aufregung bei unserem schiedsrichternden Christian, während der Schiedsrichter des Gastgebers erstaunlich gelassen blieb. Aber nach kurzer Beratung beschlossen wir, den Umstand der nicht korrekt eingestellten Uhren zwar auf dem Spielberichtsbogen zu vermerken, aber ausdrücklich auf einen Protest zu verzichten, denn aus unserer Sicht wurde die Entscheidung der Partie dadurch nicht beeinflusst. (Wie man als Vorsitzender des Vermittlungsausschusses mit ähnlichen Situationen umgeht, kann man bei Jan in einer Episode der "Geschichten aus dem Pavillon" erfahren.) Doch vor allem schachlich hatte es die Spitzenpaarung in sich. Detlef kam nach ruhiger Eröffnung und frühzeitiger Aufgabe des Läuferpaares zu gefährlicher Aktivität am Damenflügel, der sein Gegner das konsequente Vorpreschen des h-Bauern gegen den Fianchetto-Läufer auf g2 entgegen setzte. Äußerst kämpferisch aufgelegt gab Detlef die Qualität für einen Bauern und setzte auf aktives Figurenspiel und gegnerische Passivität; objektiv befand sich die Stellung wohl im Gleichgewicht. In der Folge konnte sein Gegner jedoch mithilfe plötzlich auftauchender Mattmotive den Damentausch forcieren und sich aus seiner passiven Lage befreien, so dass es ein Spiel auf nur noch zwei Ergebnisse wurde - mit kühlem Kopf und ruhiger Hand erreichte Detlef am Ende das Remisufer. (Für eine ausführliche Analyse der Partie verweise ich auf das einstündige Video "Abenteuer auf dem Schachbrett, Teil 25" seines Gegners auf YouTube.)

    So stand letztendlich eine 3,5:4,5 Niederlage zu Buche - ein Unentschieden war sicherlich möglich wenn nicht sogar verdient. Aber nach der dritten Niederlage in Serie werden die Aussichten immer finsterer - zumal die Konkurrenz am Tabellenende nun auch zu punkten angefangen hat. Ein Sieg muss her! Am besten gleich in der nächsten Runde am 28. Januar zu Hause im Klassiker gegen Bero.

    Martin
    09.01.2018

    Die Zweite berichtet: Durchreise in den Tabellenkeller!

    Nach der der Auswärtspleite in Hohenschönhausen galt es nun diese Schlappe im ersten „echten“ Heimspiel der Saison auszuwetzen. Um es kurz zu machen, dieses Vorhaben ist deutlich gescheitert. Dabei ließ sich der Auftakt des Kampfes noch relativ gut an. In Bestbesetzung antretend konnte Jürgen für uns nur durch seine körperliche Anwesenheit nach der halben Stunde Karenzzeit den ersten Punkt verbuchen und uns in Führung bringen. Dabei blieb es erstmal, nur die Entwicklungen an den restlichen 7 Brettern waren in der Gesamtheit nicht vielversprechend. Christian folgte einer Partie von Topalov gegen Radjabov, die der Aseri trotz gedrückter Stellung irgendwann in den Remishafen steuern konnte. Das wusste auch der gut vorbereitete Gegner und ein Spiel auf ein Tor begann. Der Präsident verwaltete nach 2 Positionssäcken (L:g3 vor der gegnerischen kurzen Rochade und c5-c4) eine positionelle Ruine und auch der Angriff von Norman wirkte etwas hemdsärmlig aber nicht chancenlos. Viel ist über die Variante (hier Milner-Barry-Gambit) geschrieben worden, das Endergebnis ist immer gleich. Ob Peter die Qualität geopfert oder einfach nur eingestellt hatte, das entstandene Endspiel bot nur noch geringe Remisaussichten. Einzig Dominic in einer aus der Eröffnung heraus gutgeführten Partie und der immer kämpferisch vorbildliche Jan gaben Grund für Optimismus. Nach ca. 2 Stunden keimte etwas Hoffnung auf. Im taktischen Innenfight schien Jan für einen Moment auf der Siegerstraße zu sein, aber der Gegner führte die Verteidigung überaus listenreich. Nachdem sich der Rauch verzog, schien nur ein Remis bei guter Verteidigung in Reichweite zu sein. Zwar konnten sich die Protagonisten am Spitzenbrett neutralisieren und auch der Präsident hatte nach einigen Ungenauigkeiten des Gegners völlig überraschend sogar noch zarte Kontersiegchancen aber nach den Niederlagen von Christian und Peter lagen wir hinten 2,0 – 3,0. Zu allem Überfluss ging es bei Dominic in Gewinnstellung nicht richtig weiter und Norman überzog seine bestimmt nicht verlorene Position. So stand letztendlich eine wohlverdiente 3,0 – 5,0 Niederlage zu Buche, denn wenn man keine Partie regulär gewinnen kann…

    Fazit: Wir müssen wieder mehr Durchschlagskraft entwickeln, da kommt der Auswärtskampf beim Spitzenreiter und Branchenprimus Kreuzberg II gerade recht.

    Detlef
    aktualisiert am 05.02.2018