Neuigkeiten vom Schach

April 2018
13.04. ab 19:30 UhrMitgliederversammlung (Hotel Weißensee (ehemals Königin Luise), Parkstraße 87, 13086 Berlin)
15.04. 11:00 Uhr9. Runde Oberliga Nord Ost
20.04. ab 19:00 UhrVereinsabend: Blitz (Hotel Weißensee (ehemals Königin Luise), Parkstraße 87, 13086 Berlin)
22.04. 09:00 Uhr9. Runde BMM
18.04.2018

Terminankündigung

Am kommenden Freitag, den 20.04.2018, findet das letzte Turnier unserer Blitzmeisterschaft statt. Der Startschuss erfolgt um 20 Uhr, das Warm-up ab 19 Uhr im Foyer bzw. Biergarten!

Martin
17.04.2018

Mitgliederversammlung und Blitzfinale

Auf der Mitgliederversammlung am 13. April wurden der Vorstand und die Kassenprüfer im Amt bestätigt. Das anschließende spontane Blitzturnier gewann durch einen Sieg im direkten Duell in der Schlussrunde Clemens mit 5,5 Punkten aus 7 Runden vor Detlef (5 Punkte); auf dem dritten Platz landete Jörg (4,5 Punkte).

Das abschließende Turnier unserer Vereins-Blitzmeisterschaft startet am kommenden Freitag (20. April) um 20 Uhr im Hotel Weißensee (Parkstraße 87; 13086 Berlin). Gäste sind herzlich willkommen.

Martin
23.03.2018

Pokal-K.o. in Kreuzberg

Eigentlich wollte der Chronist in seiner Funktion als Spielleiter des Vereins nicht mehr für die BPMM melden. Zu frisch waren noch die Erinnerungen an das Aufstellungsdesaster im letzten Jahr. Umso überraschter war er, unter den gemeldeten Teams auch die Mannschaft von Rotation Pankow zu finden. Wohlwissend um den Standpunkt des Chronisten und einer der letzten Gralsritter des Pokals, hatte Norman trotzdem n Abwesenheit des Chronisten ein Team gemeldet. Aber nicht nur gemeldet, nein auch per Umfrage wurde aus dem Reservoir der Zweiten die Spielfähigkeit / Besetzung incl. Ersatz bis zum Pokalfinale gesichert. Vorbildlich!

Bei so viel Einsatz war es für den Chronisten zu verschmerzen, gleich im ersten Kampf gegen den SC Kreuzberg als Ersatzspieler einzuspringen. Überpünktlich vor Ort konnte bei Sonnenschein und Minusgraden das Eintreffen der übrigen Akteure abgewartet werden. Dickvermummt trafen die Spieler der einzelnen Mannschaften ein. Nur Norman rauschte betont sportlich mit dem Fahrrad an. Getoppt wurde dieser Auftritt durch die Anreise des Nestor der Empor-Equipe. Barhändig in Lederjacke ( Blouson) dem eisigen Fahrtwind trotzend, wurde das Spiellokal auf einem Vintage-fahrrad angesteuert. Respekt, Herr Doktor!

Überpünktlich wurde von Norman unsere Aufstellung gefertigt und abgegeben. Die Paarungen lauteten:

  1. Paulsen - Lisek
  2. Carassco - Boetzer
  3. Federau - Daum
  4. Held - Weber

Wir hatten an den Brettern 2 und 3 Weiß. An allen Brettern ging es sofort zur Sache. Jürgen wurde mit frühzeitigem g4 in einer Scheveninger-struktur konfrontiert und geriet sofort unter Druck. Der Chronist, wohlwissend um die Verantwortung einer Weißpartie an Brett 2 im Pokal, setzte auf kontrollierte Offensive in einem Trompowsky-aufbau. Norman legte im Grand Prix-Angriff gegen seinen routinierten Gegner sofort los wie die Feuerwehr und bei Martin stand Französisch-Abtausch zur Diskussion. Galt diese Variante in Jugendzeiten als ambitionslos und remislastig, so sind trotzdem einige Nuancen zu beachten. Planloses Spiel kann in jeder Partie zu Schwierigkeiten führen. Martin baute sich sehr sicher auf allgemeine Erwägungen vertrauend auf. Allerdings enthält die Position schon einiges Gift und so entpuppte sich eine Entlastungsaktion beim zweiten Hinschauen als nicht durchführbar. Schupps, war ein Bauer weg und wir hatten an Brett 4 wenn überhaupt nur noch sehr schwache Remischancen. Jürgen kam ebenfalls nicht in die Gänge. Ständig mit Problemen in der Eröffnung konfrontiert, gelang nur noch die Überführung in ein verlorenes Endspiel, dass auch vor der Zeitkontrolle aufgegeben wurde. Schade, aber ein Trost bleibt Jürgen, wird doch seine Partie sicherlich vom Meister persönlich auf seinem youtube-Kanal öffentlichkeitswirksam analysiert werden. Zwei Siege aus den zwei Weißpartien mussten her, um ein Weiterkommen bzw. den Blitzentscheid zu sichern. Danach sah es nicht aus. Norman’s Angriff wurde abgewehrt und es galt den gegnerischen Druck des Läuferpaars (insbesondere Lb7) zu neutralisieren. Der Chronist hatte zwar Vorteile, diese begannen sich aber mit zunehmender Spieldauer im Endspiel zu verflüchtigen. Bei Martin war langes Siechtum zu verzeichnen. Dann ließ der jugendliche Gegner des Chronisten doch die nötige Zähigkeit und Sorgfalt beim Verteidigen vermissen und relativ schnell gelang zumindest der Ausgleich auf dem Spielberichtsbogen 1,0-1,0. Wenig später musste Martin aufgeben 1,0 – 2,0. Nur noch Norman kämpfte in einer schlechteren Position um den nötigen Sieg. Die lange Zeit des Wartens wurde durch entspanntes Plaudern mit dem Gegner und beim Kibitzen bei einer Trainingseinheit des Landesjugendtrainers eine Etage tiefer überbrückt. Nicht nur Schach sondern auch Exkurse in die griechische Mythologie standen bei den zahlreichen Kindern aller Altersgruppen an. Trainer Rene examinierte erbarmungslos bezüglich der „Fach“(Schach)begriffe Danaergeschenke und trojanischen Pferden. Komplizierte Diagramme mit tief inhaltlichen Fragestellungen schwirrten über den Monitor, der Trainingssaal war von babylonischem Stimmengewirr erfüllt. Dem Chronist schwirrte der Kopf. Seine Trainingsstunden beim seligen P. Höhne hatte er anders in Erinnerung, ging es dort nicht nur um die schnöde Vermittlung von Basiswissen sondern auch um charakterliche Grundtugenden, die in der heutigen Zeit / Gesellschaft allerdings auch oft für eine gewisse Entfremdung sorgen. Auch die Methodik war einer anderen, eigenen Art zugehörig und sicherlich nicht mit Maßstäben der heutigen Pädagogik messbar. Allerdings bleibt für den Chronisten die Erkenntnis, dass seine bescheidene schachliche Reife in der heutigen Zeit nicht erreicht worden wäre.

Norman versuchte alles, aber immer wenn man dachte, dass sein Gegner vielleicht doch in Zeitnot die Kontrolle verlieren könnte, wurde man unangenehm auf den Boden der Tatsachen zurückgeholt. Die Stellung war einfach schlechter und gab letztendlich nicht mehr als ein Unentschieden her 1,5 – 2,5. und da wir auch wie immer nicht zu den Lucky Losern gehörten, sind wir draußen.

Fazit: Zwar kann der Spielleiter durchatmen (an der Pokalfront drohen bis zum nächsten Jahr keine Aufstellungsprobleme) aber trotzdem ist ein so frühes Ausscheiden sicherlich bedauerlich. Es hat Spaß gemacht zu spielen. Positiv ist außerdem die Übernahme von Verantwortung im Vereinsmanagement (hier Organisation / Sicherstellung des BPMM-Spielbetriebs) auch außerhalb des Vereinsvorstandes. So sollte und muss es auch sein! Vielleicht gibt es ja Nachahmer bei der Organisation der BBMM bzw. BSMM? Der Chronist freut sich jedenfalls bei diesen Rahmenbedingungen auf ein Neues im nächsten Jahr.

Detlef
23.03.2018

Reisegruppe Seils in Stralsund

+++ Schachlich ein souveräner 7,5 : 0,5 Sieg gegen sich tapfer wehrende, aber chancenlose, sympathische Gastgeber.

+++ Sportgruppe Seils fiel – wie üblich- mehrfach negativ auf. Von unfertigen Hotelzimmern, über sich umsetzende Tischnachbarn und schließlich über Geronimos Cadillac zu nachttrunkener Zeit bis zu Pöbeleien im Aufzug. Same procedure as every year...

+++ Bild des Wochenendes: Die Sportsgruppe auf ihrem Stadtrundgang bei eisigem Gegenwind an der Gorch Fock 1 entlang.

+++ Aufreger des Wochenendes: Clemens schwere Persönlichkeitsverletzung durch die vermeintliche Androhung eines Fotos einer wildfremden Hafenbesucherin. Man fühlte sich an Alice S. und Jörg K. erinnert!

+++ Held des Wochenendes: Lars! Reiste krankheitsbedingt erst am Sonntag morgen um 10.55 Uhr an. Machte remis und sich um 11.07 Uhr wieder auf Richtung Heimat. Echter Sportsgeist, da pokalbedingt kein anderer Spieler zur Verfügung stand.

SB
11.03.2018

Ausflug nach Lieme

Alle Jahre wieder, bedingt durch die erfolgreichen vorjährlichen Pokalzwischenrunden, gilt es meist in der Fremde die letzten zwei Hürden für das Erreichen der DPMM-Endrunde zu überspringen. Diesmal konnte der Spielleiter relativ entspannt dem Termin entgegensehen, fiel doch das Wochenende nicht auf einen Spieltag der BMM. Die Wirklichkeit sah dann leider wieder etwas anders aus, denn offensichtlich entfaltet der Pokal nicht unbedingt magnetische Anziehungskraft im Verein. Sicherlich, wir konnten uns schon vor zwei Jahren an gleicher Stätte qualifizieren, trotzdem war die Resonanz doch sehr verhalten. Schlussendlich gesellten sich zu den zwei damaligen Helden Clemens und Ben noch der ewig jugendliche Norman. Dieses junge kampfstarke Trio konnte nur noch durch den Chronisten „verstärkt“ werden, dessen Aufgabe aber wohl eher darin bestand, der Equipe eine konservativ, bürgerliche Würde zu verleihen.

An dieser Aufgabe drohte der Chronist auch gleich zu scheitern, denn bedingt durch ein geringes Zeitbudget (Handwerkerbefall in der Wohnung) konnten die umfangreichen Org.-aufgaben für die Reise nicht übernommen werden. Gottseidank sprang Ben in die Bresche und machte seinem Namen alle Ehre. Nein, nicht B.B. (Big Ben) sondern B.B.B. (Big Business Ben) kümmerte sich sofort um Hotelbuchung, Reiseplanung etc. Schnell waren die Formalitäten auf den nur Ben zugänglichen Cyberdatenautobahnen quasi hinter den Kulissen erledigt. Die Abwicklung war so geräuschlos, dass der Chronist, kommunikationstechnisch in der Vergangenheit verortet, zwei Tage vor Abfahrt keinen der Mitreisenden mehr erreichen konnte. Dies war auch völlig unnötig, denn zum vereinbarten Treff(zeit)punkt funktionierte auch wieder die Kommunikation und nach dem alle Teilnehmer eingesammelte wurden, ging die Reise gen Westen Richtung Detmold-Lippe.

Die Fahrt verlief trotz der Minustemperaturen und Dank Ben seiner Navigationskünste sehr entspannt und auch dem Chronisten gelang es bedingt durch seinen Familienstand, die Stimmung an der Verpflegungsfront (hier liebevoll zubereitete Pausenbrote) zu heben.

Überpünktlich kamen wir in Lieme an und konnten sofort unser Quartier im quasi besten Haus am Platz beziehen. Der Chronist und Clemens bezogen ein großzügiges Gästezimmer, Norman und Ben logierten in der Senatorensuite.

Im Spiellokal konnten neben den anderen Mannschaften auch alte Bekannte vom letzten Fight und natürlich wieder der „alte“ Hauptschiedsrichter begrüßt werden. Der waltete auch korrekt seines Amtes, denn nach „Beschlagnahmung“ der elektronischen Geräte, wurde die Auslosung vorgenommen. Wir wurden als Gastmannschaft gegen die vom letzten Oberligakampf bekannten Greifswalder Schachfreunde gelost. Ben grübelte über der Aufstellung. Der Chronist erinnerte sich des Berichtes von Stephan von vor zwei Jahren an gleicher Stätte und begann als einziger (ein Umstand der sich später rächen sollte) abergläubisch die im Zentrum von Lieme befindliche Kathedrale zu umrunden.

Unsere Aufstellung war sicherlich für Feind und Freund etwas überraschend. Norman an 4 war klar aber offensichtlich setzten wir mit Ben an 2 und Clemens an 3 auf die Durchschlagskraft mit Weiß auch im Hinblick auf die Berliner Wertung. Der friedfertige Chronist sollte bei dieser Kalkulation an 1 gegen einen sicherlich hoch ambitionierten Gegner zum Spielen genötigt werden. Anfänglich sah es auch nicht schlecht aus. Zwar hatte Norman ziemlich schnell das Läuferpaar gegen sich aber die anderen Partien entwickelten sich im oben genannten Kontext. Besonders der Chronist legte seine Partie fast schon übervorsichtig an. Eine zweite Bestandsaufnahme wurde mit einer Hiobsbotschaft eingeleitet. „Ich habe leider eine Figur eingestellt, Du musst gewinnen! “ so oder ähnlich lautete die Mitteilung von Ben. Urplötzlich war die Luft raus, zumindest für den Chronisten, der bedingt durch die sehr konservative Partieanlage mehr mit der Lösung von Eröffnungsproblemen als mit der Suche nach aktiven Möglichkeiten beschäftigt war. Natürlich wurde erstmal weitergespielt, aber mit nur noch 15 Minuten auf der Uhr bei einem gegnerischem Remisangebot….Die Meinung des Chronisten zu dieser Matchsituation ist bekannt und entspricht sicherlich nicht unbedingt der Mehrheitsmeinung. Nach der Punkteteilung und Clemens seiner souveränen Gewinnführung musste schlussendlich Norman in einer kämpferisch stark geführten Partie leider die Segel streichen.1,5 -2,5 und wir waren raus!

Im Parallelkampf gelang den Lokalmatadoren von Lieme ein ungefährdeter Sieg gegen den Favoriten Aufbau Elbe Magdeburg.

Sicherlich, die Stimmung war etwas gedrückt, es gab auch verhaltene Kritik an der Aufstellung bzw. Art und Weise des Zustandekommens der Niederlage aber das Schachleben geht auch weiter. Im Hotel angekommen zog sich Ben nach Studium der recht bodenständigen Speisekarte in die Senatorensuite zurück. Der Rest des Teams enterte die örtliche Gaststube. Dort ging es hoch her. Die Kämpen des örtlichen Dartvereins befanden sich im Innenfight mit ihren Gegnern. Pfeilesurren, Gläserklingen und lautes Lachen erfüllte den Raum. Ob mit professoralem Ansatz oder im John- Wayne-Stil aus der Hüfte schießend, für Außenstehende immer wieder interessant auch andere Leistungssportarten (ja nicht nur auf dem Bierdeckel) livehaftig zu erleben. Dabei brachte nicht nur der sportliche Wettkampf sondern die auch hier und da anwesenden Mannschaftsgroupies das Blut der Akteure in Wallung.

Wir saßen etwas abseits und begannen bei Herforder Pils und Hamburger Schnitzel den Kampf noch einmal aufzuarbeiten. Dabei gab es noch ein Bonus der eigenen Art als am Tresen ein Liemer Nachtschwärmerpärchen (Sie sehr fraulich und Er Typ Bikerbär) kurz zum WarmUp Platz nahm. Offensichtlich geizen im erzkonservativen Westfalen nicht nur die Frauen mit ihren Reizen, denn beim Platznehmen auf dem Barhocker wurde uns ein wundervolles „Half“mooning verziert mit zwei schwarzglänzenden Lederhosenträgern präsentiert. Wir waren uns einig, allein schon deswegen lohnte die weite Reise.

Gutgelaunt empfing uns Ben in der Suite. Konsequent wurde quadratisch, praktisch, gut das Angebot der Hotelspeisekarte durch einen veganen Fitnessriegel bestehend aus den Früchten des Mandel- und Kakaobaums und der Zuckerrübe substituiert.

Formal begann der Chronist noch die Figuren aufzubauen, da lud Ben zu einem Internetquiz ein. Dem Alphabet folgend mussten in Sekundenschnelle Fragen beantwortet werden. Erschwerend kam hinzu, dass die von Ben im gestochenen Oxfordenglisch vorgetragenen Fragestellungen für den auf Pidginenglischniveau befindlichen Chronisten aber auch den im Anglosprachraum gestählten Norman oft nicht richtig verstanden wurden. Auch zeigte sich, dass vermeintliche Spezialkompetenz nicht immer beim anwesenden Spezialisten zu verorten ist. Runde um Runde kämpften wir uns durch die Buchstaben. Beispiel gefällig? Buchstabe C. Welches Land hat die längste Küstenlinie? Buchstabe X. Sagenhafter Ort in China, zurückgehend auf Kublai Khan? Hier half dem Chronisten die neben der Schachbücherbibliothek ebenfalls recht umfangreiche häusliche Plattensammlung. Natürlich nicht Olivia Newton John mit Ihrer Discoschnulze sondern das legendäre Rockdreigestirn dessen Herkunft den Kreis zur Anfangsfragestellung schließt. Dem Löser spendiert der Chronist beim nächsten Vereinsabend ein Getränk am Vereinstresen.

Um 01:45 war dann doch Feierabend und wir fielen in die Betten. An Schlaf war aber immer noch nicht richtig zu denken, denn in der benachbarten Partyscheune „Peerstall“ ging es hoch her. Offensichtlich fiel das Schlussmachen schwer, denn erst wurde mit langen Hupkonzerten um ca 04.00 Uhr die Abreise signalisiert, bzw. noch später offensichtlich abreiseunwillige Gäste mit doch deutlichen Worten herauskomplimentiert. Bloß gut, dass wir nicht auch noch am Sonntag antreten mussten...

Obwohl wir die einzigen Logiergäste im Hause waren, wurde das Frühstück in zwei Durchgängen eingenommen. Als Einziger im Durchgang 1 blieb dem Chronisten dafür genügend Zeit die Auscheckformalitäten zu erledigen.

Was tun mit dem angefangenen Tag? Vielleicht der Besuch des Hermanndenkmals im nahen Teutoburger Wald? Wir entschieden uns für die in Heimfahrtrichtung en passant befindliche Porta Westfalica. Der Aufstieg bei klarer Luft gab auch nochmal die Möglichkeit zur mentalen Einkehr. Geruhsam schlenderten wir nach oben, nur Ben nahm die Abkürzung und alpinistische Herausforderung einer steilen Eiswand an. Letztendlich wurden wir mit einer wunderbaren etwas vernebelten Aussicht, im Schatten von Kaiser Wilhelm stehend, belohnt.

Bei angenehmer Konversation über Alltag, Gesellschaft etc. und nicht über Schach kamen wir wieder zu Hause an.

Übrigens, die Zwischenrunde wurde von den Schachfreunden aus Lieme relativ sicher gewonnen – Herzlichen Glückwunsch!

Fazit:

Auch wenn die Auswärtsfahrt sicherlich sportlich unbefriedigend verlief, so ist das Drumherum nicht nur für den Chronisten sondern offensichtlich für alle Teilnehmer das Salz in der Suppe (hier Vereinsleben). Davon zeugen auch die immer wieder lebendig vorgetragenen Berichte aller Vereinsmitglieder auf der Homepage. Wir sollten versuchen uns dieses Gut zu bewahren, auch wenn es für jeden Einzelnen im Verein sicherlich schwer ist bzw. immer schwerer wird, sich Freiräume gegenüber den sicherlich höher zu gewichtenden Bereichen Familie, Beruf, Partnerschaft etc. zu schaffen.

Detlef

Porta Westfalica
08.03.2018

Die Zweite berichtet: Durchatmen im Tabellenkeller.

Nach zuletzt vier verdienten Niederlagen in Folge war das Selbstbewusstsein der Mannschaft sichtlich angeschlagen. Zu Recht, denn nur Detlef, Opi und Peter konnten mit normalen Ergebnissen aufwarten. Der Rest spielt zum Teil deutlich unter Wert. Die Krönung bilden sicherlich Martin und der Autor (Jan), die beide noch auf den ersten vollen Punkt warten.

Nun kam mit den Friesen auch noch ein selbsternannter Aufstiegskandidat. Nachdem wir im letzten Jahr selbst nur durch Brettpunkte den Berliner Meistertitel verspielten, könnte man annehmen, dass hier das Spitzenspiel der Landesliga anstand. Aber nein, es spielte der 7. gegen den 8. und der Verlierer würde gehörige Abstiegssorgen bekommen. Wie schon in den letzten drei Jahren bescherte uns die Auslosung ein Auswärtsspiel. Das Spiellokal versprühte die bekannte Atmosphäre - eine Mischung aus Sportbaracke und Seniorenheim. Im Vergleich zum Vorjahr gab es mit Jan Elsing und Andreas Mai nur zwei neue Gesichter. Beide hatten bis dato mit 1/6 eine furchtbare Saison. Hier sollte also gepunktet werden. Vor Wettkampfbeginn wurden vom Neuschiedsrichter vorbildlich die Paarungen

  1. Sawatzki - Boetzer
  2. Elsing - Lisek
  3. Eisenträger - Düster
  4. Meyer-Dunker - Zur
  5. Baumbach - Weber
  6. Brameyer - Daum
  7. Mai - Freyberg
  8. Schulz - Labahn

verlesen. Zunächst war ich mit meiner eigenen Partie beschäftigt. Das Studium des gegnerischen Twitter-Accounts half mir im Theorieduell der Russischen Verteidigung nicht viel. Mit etwas Zeit fand ich allerdings die richtigen Züge und so endete die Partie ohne Neuerung um den 30. Zug mit einer Stellungswiederholung. Ich sah nicht wie ich den weißen Freibauern auf d6 zuverlässig kontrollieren konnte. Kurz davor, beziehungsweise kurz danach, gab es drei weitere Punkteteilungen. Peter neutralisierte mit Schwarz den Aufbau seines Gegners bequem, sodass bei symmetrischer Stellung remisiert wurde. Norman begann etwas verhalten und musste umsichtig manövrieren, um alle Figuren zu entwickeln. Nachdem das vollbracht war, bot sein gesundheitlich sichtlich angeschlagener Gegner Remis, was Norman annahm. Detlef gewann nach eigenwilligem Spiel seines Gegenübers am Damenflügel einen Bauern. Diesen stellte er später leider wieder ein. Vielleicht etwas verunsichert von diesem Malheur akzeptierte er die Punkteteilung. Die Analyse zeigte, dass ein Weiterspielen durchaus möglich war.

Zwischenstand 2:2. Wer jetzt die Parallelen zum Desaster der Ersten an der Spree sieht, konnte beruhigt werden. Denn Opi und Christian verwalteten klar vorteilhafte Stellungen. Opi hatte gerade einen Riesenspringer auf g4 installiert. Und Christian kontrollierte gegen einen Franzosen Damen-, Königsflügel und das Zentrum - totale Dominanz also. Fast zeitgleich kassierten beide eine Qualität ein.

Anders sah es im Unterhaus aus. Martin hing an einem rückständigen c-Bauern und musste bereits die Kontrolle über die a-Linie aufgeben und suchte nun sein Heil in der Flucht nach vorn. Nici hatte bei entgegengesetzten Rochaden ein scharfe Stellung auf dem Brett. Anstatt den Totschlag am Königsflügel zu suchen, ging er leider auf Bauernraub am Damenflügel. Danach wurde die Stellung noch „dynamischer“. Nach einigem hin und her bekam er ein Remisgebot. Aus meinem: „Remis reicht zum Sieg“ wurde bei Nici „Du musst gewinnen“. Folgerichtig verschärfte er das Spiel und konnte alsbald den vollen Punkt einstreichen. Somit war der Wettkampf zu unseren Gunsten entschieden, sodass Martin, mittlerweile im Turmendspiel angekommen, sichtlich erleichtert aufgab. Kurioserweise bot die Schlussstellung mit T vs. T+3B bei Doppel-f und h-Bauer großes Remispotential. Zwischenstand 4:3, da Opi seine Partie erwartet souverän gewonnen hatte.

Christian musste trotz Materialrückgabe und einhergehenden Vereinfachung noch Nachsitzen. Der Gegner ließ sich die feine Technik sehr ausführlich zeigen. Irgendwann hatte aber auch er genug. Am Ende steht ein dem Verlauf angemessenes 5:3 zu Buche. Wir können optimistisch in die Restsaison gehen. Ein Punktgewinn in Runde 8 oder ein Sieg in Runde 9 sichern den Klassenerhalt. Wahrscheinlich reicht auch weniger. Noch besser wäre eine ausgeglichene Bilanz zum Saisonende. Dazu brauen wir noch zwei Siege. Und dafür brauchen wir, eine Weisheit unseres Mannschaftsleiters, „wie immer 4,5 Brettpunkte“.

Jan
03.03.2018

Methusalems Rückkehr

Nun ist es also doch passiert: Die 1. Liga hat uns wieder! Nach anfänglich mulmigen Gefühlen gehen wir frohgemut das Abenteuer an, denn wir sind stolz darauf, es im 'biblischen' Durchschnittsalter von 56 Jahren nochmals geschafft zu haben. Und mir, dem 'Nesthäkchen' des Teams, obliegt es mal wieder, einen Blick auf die abgelaufene Saison zu werfen.

Los ging es Mitte Oktober in Chemnitz. Bei goldenem Herbstwetter zeigte sich die Stadt von ihrer schönsten Seite. Und so konnten wir von unserem zentral (und nahe dem 'Nischel') gelegenen Hotel aus auf dem Weg zum Spiellokal manch attraktive Ecke des sanierten Kaßberg-Viertels bewundern. Obwohl wir an diesem Wochenende Brigitte am Spitzenbrett ersetzen mussten, erwischten wir gegen Zeulenroda einen Traumstart. Ich konnte bereits nach wenigen Eröffnungszügen eine Figur gewinnen, büßte dafür zwar meinen Königsfianchettoläufer ein, hatte aber in der Folgezeit deswegen lediglich ein kleines Strohfeuer zu löschen, und so stand der Sieg nie in Frage. Conny fuhr am 1. Brett routiniert den vollen Punkt ein, indem sie den Vorteil ihrer Bauernstruktur in einer sich lange im Gleichgewicht befindlichen Stellung demonstrierte. Da sich Sibylles Gegnerin in besserer Stellung einen Katastrophenzug leistete und Iris trotz zwischenzeitlicher Minus-Qualle gewinnen konnte, stand der Mannschaftssieg schnell fest und hätte angesichts Sylvies mit Remis endender Gewinnstellung sogar noch deutlicher als 5:1 ausfallen können. Annetts Remispartie gegen Diana ließ an Spannung nichts zu wünschen übrig. Man fühlte sich in die 70er und 80er Jahre des vergangenen Jahrhunderts zurückversetzt. Beide fighteten 'fast wie in alten Zeiten' und schenkten sich gegenseitig nichts. Zunächst war Diana in ihrem taktischen Element, versäumte es dann aber, den Sack zuzumachen, und Annett wand sich peu à peu aus dem Schlamassel heraus. Nach der Zeitkontrolle ging das zähe Ringen in kompliziertem Endspiel erst so richtig los, das Schlachtenglück wogte hin und her, schließlich wurde dann aber doch die Friedenspfeife geraucht.

Am Sonntag folgte ein 4:2 gegen die Gastgeberinnen aus Chemnitz. Neben zwei relativ ereignislosen Remisen von Annett und mir stand ein schneller Sieg von Sylvie zu Buche. Nach etwas misshandelter Eröffnung hatte sie ziemlich verwegen ihren Läufer auf h7 geopfert – und die Gegnerin glaubte ihr zum Glück aufs Wort. Iris büßte wie schon am Vortag eine Qualität ein, stand lange auf Verlust, hatte dann aber das Glück der Tüchtigen, als die Gegnerin ohne Not in ein Remisendspiel abwickelte. Große Dramatik herrschte bei Sibylles Partie, wobei diese außerschachliche Gründe hatte (Zugbindung!). Auf dem Brett hingegen verlief alles in geordneten Bahnen: Sibylle hatte frühzeitig einen Bauern gewonnen und die Partie solide zum Sieg geführt. Dann aber wurde es hektisch: Unsere Legionärinnen Conny und Iris zurücklassend, hetzten wir zur Straßenbahn, die dann derartig langsam zum Bahnhof zuckelte, dass laut DB-App der Zug nicht mehr erreicht werden konnte. Mit Galgenhumor wurde die AM-Wir-schaffen-das-Raute geformt, und dank dieser und einer – für unsere alten Tage erstaunlichen – Laufeinlage hechteten wir tatsächlich noch in den abfahrbereiten Zug. Der Schaffner war offenbar von den rennenden Omas so überwältigt, dass er Nachsicht walten ließ, als diese sich prompt in einem Abteil der 1. Klasse fallen ließen. Am Zwischenstopp Leipziger Hauptbahnhof wurden die Akkus mit Bier und Hausmannskost wiederaufgeladen. Mittlerweile gab es auch Neuigkeiten von den beiden auf der Strecke Gebliebenen: Conny hatte zwar nach ihrem gewinnträchtigen, wegen der ungleichfarbigen Läufer allerdings recht komplizierten Schachmarathon doch ins Remis einwilligen müssen, war dann aber in rekordverdächtiger Fahrt nach Halle gedüst, und so konnte auch Iris ihren Zug nach Hannover noch erreichen. Unsere umsichtige Mannschaftsleiterin Gudula konnte sich nicht erinnern, dass wir jemals einen solch erfolgreichen Saisonauftakt hatten. Und die Erfolgsspur sollte auch zwei Monate später in Löberitz nicht verlassen werden.

Der größte Unsicherheitsfaktor im Vorfeld war die Witterungslage. Hoch zu loben ist hier Sebastian, der an seinem freien Sonntag seine Frau Mama samt einem Teil der Mannschaft in die sachsen-anhaltische Provinz kutschiert hat. Nicht minder hervorhebenswert ist aber auch Brigittes Einsatz, die neben dem Fahr- auch noch den Wettkampfstress hatte – und beides super bewältigte. Auch wenn bei der Partie gegen eine der starken Löberitzer Spitzenspielerinnen nichts Zählbares herausgekommen ist, so spricht doch der Partieverlauf eine andere Sprache. Angesichts des klaren 5:1-Ergebnisses brauchte sich Brigitte über die verpasste Gewinnstellung mit Mehrbauern aber nicht lange zu ärgern. Die fünf Löberitzerinnen scheiterten vor allem an ihrer suboptimalen Zeiteinteilung, in der vierten Stunde kippten fast gleichzeitig sämtliche Stellungen. Das Einzelmatch innerhalb der Fahrgemeinschaft fand bei guten Rahmenbedingungen statt, so konnten auch die Kostbarkeiten des Schachmuseums bestaunt werden, und es ergab sich manch Plauderei. Besonders toll war, dass auch Kiko und Ecki angereist waren, zum einen, um uns den Rücken zu stärken, zum anderen, um sich vor ihrer Weltumsegelung von uns zu verabschieden.

Herbstmeister unserer Staffel waren wir nun also schon mal, und Ende Januar stieg dann das vorentscheidende Match gegen die SG Leipzig. Am selben Tag fand ein Heimspiel des RB Leipzig statt, was die ganze Stadt paralysierte: Derartige Dinge sind halt in anderen Sportarten mit der 1. Bundesliga verbunden. Wir gelangten dennoch problemlos zu unserem Spiellokal im ansehnlich herausgeputzten Stadtteil Gohlis. Für die rührigen Gastgeberinnen der SG Leipzig war es eine Ausweichspielstätte, und mit bewundernswertem Aufwand umsorgten sie ihre Gäste. Schachlich wurde es das erwartete hochspannende Match bei nahezu ausgeglichener Besetzung. Leipzig hatte sogar sein Spitzenbrett (re-)aktiviert, bei uns war für die verhinderte Annett Iris in die Bresche gesprungen. Am 1. Brett führte Brigitte einen langen und kräftezehrenden Kampf, der schließlich in ein stellungsgerechtes Remis mündete. An meinem 3. Brett klärten sich überraschend schnell die Fronten. Nach einem Qualitätsopfer hatte meine Gegnerin zwar nicht nur einen Mehrbauern, sondern auch dank aktivem Figurenspiel einige Kompensation. Doch diese verflüchtigte sich recht schnell, und innerhalb weniger Züge stand ihre Stellung auf Abriss. Während die Partie von Iris nie die Remisbreite verlassen hatte, war auf Sylvies Brett richtig was los, mit verheißungsvoller Kombination eroberte sie einen Mehrbauern, konnte diesen dann aber in der offenen Stellung nicht behaupten und willigte in die Punkteteilung ein. Zum Schlüsselspiel wurde Sibylles Schwarzpartie am 4. Brett gegen Martina. Bis zum 35. Zug war die Stellung verwickelt, aber mehr oder weniger im Gleichgewicht, dann überschlugen sich die Ereignisse. Zunächst schien Weiß am Drücker zu sein, aber ein cleveres Figurenopfer von Sibylle in gegnerischer Zeitnot ließ das Pendel zu unseren Gunsten ausschlagen. Damit stand der Mannschaftssieg fest, und so war es zu verschmerzen, dass Conny quasi mit dem 40. Zug ihre Partie eingestellt hat und sich somit für ihr gutes und unternehmungslustiges Spiel nicht belohnen konnte. Gudula bewies mit unserem Hotel in Stötteritz und einem nahe gelegenen italienischen Restaurant wieder einmal ein gutes Händchen. Und so konnten wir auf gesellige Weise den Tag ausklingen lassen, ein kleiner Spaziergang führte uns an diesem milden Winterabend noch am angestrahlten Völkerschlachtdenkmal vorbei. Weitere Sehenswürdigkeiten der schönen Stadt Leipzig durften wir am Folgetag genießen, denn die Lindenauerinnen ergaben sich doch sehr schnell in ihr Schicksal. An den Brettern 2 bis 5 kamen kurz hintereinander die Siegpunkte gepurzelt, und die beide Remisen an 1 und 6 machten einen weiteren Kantersieg perfekt, so dass vor der letzten Doppelrunde nicht nur ein beruhigender Dreipunktevorsprung zu verzeichnen war, sondern auch ein gehöriges Brettpunktepolster. Nach etwas Erbauung in der Thomaskirche wurden denn auch die Für und Wider eines etwaigen Aufstiegs diskutiert, und die Waagschale neigte sich eindeutig dem Für entgegen.

Noch aber standen zwei wichtige Kämpfe aus, weder unsere 'Verfolger', die Dresdnerinnen, noch die erfahrenen Coswigerinnen galt es zu unterschätzen. Mitte Februar waren wir Gastgeber in unserer bewährten 'Heimfeste' und wollten nichts mehr anbrennen lassen. Obwohl Dresden erstaunlicherweise nur zu fünft angereist war, ließ sich eine gewisse Nervosität auf unserer Seite nicht ganz verhehlen. Diese legte sich aber vollends nach Sylvies bärenstarkem Turmopfer auf c7 (auch wenn sie damit kurzzeitig beim kiebitzenden Mannschaftscoach Gudu Verwirrung gestiftet hat). Zuvor hatten Conny und ich zwei schnelle halbe Punkte beigesteuert, so dass der Aufstieg bereits gesichert war. Als willkommene Zugabe kam dann noch Sibylles Sieg hinzu. Ihre Gegnerin hatte sich in klar besserer Stellung einen vergifteten Bauern geschnappt. Für Sibylle bedeutete dies mit 6 aus 6 ein 100%iges Saisonergebnis! Das interessanteste Geschehen aber spielte sich auf Annetts Brett ab. Sie hatte ein schlechtes Turmendspiel erst in ein remisliches, dann sogar in ein gewonnenes umwandeln können. Die Dinge gestalteten sich aber recht kompliziert, zwischenzeitlich waren Varianten mit Turm gegen zwei oder gar drei Bauern zu berechnen. Letztlich fehlte ein Tempo zum Sieg, aber was soll's: mit 4,5:1,5 wurde Dresden deutlich auf Distanz gehalten, und so konnte abends zünftig gefeiert werden. Aber ein Ziel war nun auch, die Mannschaftspunkteweste rein zu halten, und das gelang am Sonntag mit dem 4:2 gegen die tapfer kämpfenden Coswigerinnen. Nach druckvollem Spiel konnten Annett und Iris gewinnen, die restlichen Partien gingen Remis aus – und dann knallten die Sektkorken.

Nächste Saison werden nun wieder kleinere Brötchen gebacken, aber warum sollte es uns nicht gelingen, die Klasse zu halten? Unser großes Plus ist der Teamspirit, den Spaß an der Freude lassen wir uns weder auf den 64 Feldern und noch weniger abseits davon nehmen. Daneben ist unsere ausgeglichene Besetzung zu nennen, was an den vorderen Brettern naturgemäß nicht so zum Tragen kommt, in der Mitte und hinten aber umso mehr, und das schließt ausdrücklich auch unsere Edelreservistinnen Kiko und Gudu mit ein. Last but not least ist die immens wichtige Rolle unserer Mannschaftsleiterin Gudula zu betonen. Im Gegensatz zu uns anderen ist sie nicht zu ersetzen.

Antje

Aufstiegsgruppenbild in Heimfeste
27.02.2018

Spielbericht Wettkampf gegen Greifswald

Am 25.02.2018 musste die Erste zum Wettkampf gegen Greifswald antreten. Da es in der 2. BL Staffel Nord aktuell so aussieht, dass König Tegel den Aufstieg in die 1. BL nicht schaffen wird, wird in unserer Staffel wohl der 2.Platz für den Aufstieg in die 2. BL ausreichend sein. In diesem Sinne war der Wettkampf gegen Greifswald als Entscheidungsspiel ausgerufen worden.

Auf Grund des Fehlens von Bernd und Stephan hatten wir unsere Mannschaft mit viel Erfahrung (Jürgen und Detlef) verstärkt. Um die pünktliche Anwesenheit musste man sich bei dieser Konstellation diesmal keine Sorgen machen.

Insgesamt kamen wir alle gut in den Wettkampf hinein. Überall entstanden mehr oder weniger normale Stellungen. Micha und Opi sah ich relativ zeitig durch den Besitz des L-Paars leicht im Vorteil. Die Stellung von Lars hatte ich in dieser Form schon mehrmals gesehen. Ich verstehe sie nicht, es scheint wohl aber leicht vorteilhaft für den Führer der weißen Steine zu sein. Ich selbst hatte eine schwierige Variante des Igels auf dem Brett, fühlte mich aber eigentlich trotzdem ganz wohl. Dies änderte sich jedoch schlagartig, nachdem der Berichterstatter zu Beginn des Mittelspiels einmal falsch abgebogen war. Die sehr gedrückte Stellung brach dann nach einem weiteren Stockfehler ziemlich schnell zusammen. Aber was soll’s. Auch an den anderen Brettern hatte sich zwischenzeitlich einiges getan. Ben hatte auch auf unserer Seite einen Punkt eingefahren, Detlef und Lars hatten remisiert, Opi hatte eine druckvolle Stellung erreicht. Jörg hatte einen Mehrbauern, und Hektikversuche des Gegners wurden mit Kh8 eiskalt vereitelt. So kam denn auch nicht mehr viel, und die Partie wurde ziemlich schnell gewonnen.

Als nächstes konnte Opi seinen Mehrbauern verteidigen und ebenfalls zu einem vollen Punkt vollstrecken. Beim resultierenden Zwischenstand von 2:4 und zwei noch laufenden Partien (Micha mit klar besserem Endspiel und Clemens mindestens Ausgleich) schmeckte das Bier am Tresen bereits ausgezeichnet, und die Konstellation vor den letzten Wettkämpfen konnte bereits ausgiebig analysiert werden.

Erwartungsgemäß war das Endspiel für Michas Gegner nicht mehr lange zu verteidigen und Clemens lies auch nichts mehr anbrennen. Mit einem 2:2 im Oberhaus und einem 3,5:0,5 ging somit die alte Strategie (vorn halten - hinten vollstrecken) wieder einmal glänzend auf.

Es verbleiben nun noch zwei lösbare Aufgaben, um den Wiederaufstieg perfekt zu machen. Nichtsdestotrotz gilt (und da gebe ich gern etwas für das Phrasenschwein): „Der nächste Gegner ist immer der Stärkste!"

Der Papa
04.02.2018

Neuruppin - Rotation 1:7

In der 6. Runde der Oberliga ging es für uns weit in den hohen Norden nach Neuruppin. Aus der Auswärtsniederlage gegen Oberschöneweide wurden zwei Schlüsse gezogen: 1. Keiner macht ohne Kampf Remis und 2. zu einem Auswärtskampf reist man am Vortag an. Somit trafen sich Mini, Thomi, Clemens, Ben und ich gegen 18 Uhr im Hotel Am Alten Rhin. Der einzige, der sich normal präpariert hatte, war Thomi. Er war genüsslich einen Halbmarathon gelaufen, um damit genügend Kraft für die Tortur einer Massage in der Therme zu akkumulieren. Irgendwann saßen wir dann um einen gedeckten Tisch, lobten die Brandenburger Küche und genossen Vorbereitungsgetränke. Gegen zehn zogen wir an einen Kartentisch um und lauschten Bens Ausführungen zu den Spezifika der Doppelkopf-Bundesliga. Gegen zwei war der Wein alle, und jeder zog sich zu seiner persönlichen Vorbereitung zurück.

Stephan hatte aus den ersten Kämpfen logisch geschlussfolgert, dass, wenn er pünktlich anträte, die ersten 3 Bretter des Gegners den Weg aus Ungarn nicht auf sich nehmen würden. Somit waren wir klar favorisiert. An einigen Brettern fiel die Entscheidung sehr früh. Chronologisch:

  1. Mini opferte im Grünfeld den Ta1 für den Lg7. Als der Gegner dann f6 und e6 zog, schlug es auf g6 ein. Also hatte der Gegner einen Mehrturm und gab einige Züge später auf.
  2. Stephan nahm den Bauern auf c4. Da sein Gegner keine wirklich aktiven Züge machte, landete sein Läufer auf d5 und der Mehrbauer am Damenflügel wurde aktiviert und durchgepeitscht.
  3. Jörg kam irgendwie nie dazu, einen passiven Zug zu spielen. In der Endstellung gab es einen weißen Be5 und Dame, 2 Türme, Springer und Läufer waren auf die auf kurze Rochade gerichtet. Bevor es einschlug, kam die Aufgabe.
  4. Der Schreiberling beantwortete Sd6+ nach alter Theorie mit Ke7. Da Weiß konsequent alle eventuell aktivierbaren Figuren abtauschte, stand der König im Endspiel genau richtig.
  5. Ben spielte unorthodox, lockte wieder den weißen B nach h6 um ihn abzutragen. In der Phase, wo sich dem Gegner Gegenchancen boten, agierte Ben umsichtig, konsolidierte sich, kam in Vorteil und schlug zu.
  6. Thomi ging die Eröffnung daneben, für seinen Bauern hatte er nicht wirklich Kompensation. In der nächsten Phase agierte er cleverer als der Gegner und bugsierte seinen S auf f5. Als der Gegner am Damenflügel Züge machte, schienen für die Kiebitze Dg4 nebst Te7 und Opferkanonade zu gewinnen. Thomi machte den zweiten vor dem ersten und musste einige Züge später aufgeben.
  7. Lars musste früh seinen Lg7 abtauschen, generierte aber Spiel am Damenflügel. Figuren wurden getauscht, Lars konnte mit Dame und Turm eindringen und drohte immer einen Zug eher mattzusetzen als der Gegner. Irgendwann konnte sein Gegner die Figuren nicht mehr koordinieren.
  8. Clemens machte Druck und gewann im Übergang ins Endspiel einen Bauern. Er hatte richtig eingeschätzt, dass bei seinen Ba4, b3, c4 und d5 sein Lb1 viel stärker ist als ein schwarzer Sb4. Irgendwann fiel auch noch der scharze h6 und der Gegner gab auf.

Insgesamt ein hoher 7:1 Sieg gegen einen stark ersatzgeschwächten Gegner. Ich will nicht ausschließen, dass Mini und Stephan völlig fehlerlose Partien gelungen sind. Gegen Greifswald geht es Ende Februar darum die realistischen Wiederaufstiegschancen tatsächlich zu nutzen.

Steini
03.02.2018

Die Zweite berichtet: Im Keller nichts Neues

Im ersten unserer Endspiele in dieser Landesliga-Saison empfingen wir Berolina Mitte. Seitdem einige ehemalige Rotationer anheuerten, ist Berolina eine feste Größe in der Landesliga. Entsprechend ist unsere Bilanz in den letzten Jahren negativ, auch wenn es immer ziemlich knapp gewesen war. Im Gegensatz zum letzten Jahr spielte sich unser Duell nun aber im unteren Tabellendrittel ab, wobei wir mit zwei Mannschaftspunkten weniger die Punkte noch dringender brauchten. Beide Mannschaften spielten in Bestbesetzung.

Als erstes endete die Partie an Brett 8. Aus der Eröffnung heraus baute sich Peter mit Weiß solide auf, wehrte etwaige Angriffsbemühungen ab und fand sich bald in einem zumindest optisch etwas besseren Leichtfiguren-Endspiel wieder. Allerdings wurde es dann recht direkt gespielt und die Abwicklung mündete in ein ungleichfarbiges Läuferendspiel mit gleichen Bauern - 0,5:0,5.

Wie oft in dieser Saison wurde es bei Nici an Brett 7 schnell konkret. Als Kompensation für die geschwächte Bauernstruktur am Königsflügel suchte er mit Schwarz sein Spiel am Damenflügel. Die Ideenfindung und Berechnungen kosteten ihn leider übermäßig viel Bedenkzeit. Diese fehlte dann im weiteren scharfen Verlauf der Partie, und leider reichte es auch nach einem Figurenopfer nicht mehr zu einem Dauerschach - 0,5:1,5.

Gewohnt solide baute sich Detlef an Brett 1 mit Schwarz auf. Vermutlich hatte er die Variante schon gefühlt tausendmal auf dem Brett gehabt. Dagegen ging Weiß ziemlich konkret vor, was wohl zu viel war und ihm letztlich einen schwachen Bauern einbrachte. Mit diesem konkreten Angriffsziel verstärkte Schwarz Schritt für Schritt seine Stellung und erzielte damit klaren Vorteil. Wohl aus der Not heraus brachte Weiß ein Figurenopfer, aber Detlef ließ taktisch nichts anbrennen und holte sicher den Punkt - 1,5:1,5.

Opi spielte an Brett 2 mit Weiß eine souveräne Partie. Den Anzugsvorteil nutzend stellte er Schwarz von Beginn an vor Probleme und schnürte ihn immer mehr ein. Im Weiteren kam er dann zu einem Qualitätsgewinn und wenig später auch zum Partiegewinn - 2,5:1,5.

Bei Norman an Brett 6 entwickelte sich aus der Eröffnung heraus eine geschlossene Stellung. Mit Weiß musste er nach schwerblütigem Spiel sich gegen eine gewisse gegnerischen Initiative stemmen und seinerseits Gegenspiel suchen. Plötzlich gelang ihm dies nach einem Aussetzer des Gegners sehr direkt, so dass er entscheidend Material und gleich die Partie gewann - 3,5:1,5.

Meine Partie an Brett 3 war dagegen ein Spiel auf ein Tor, und zwar auf mein schwarzes. Gesundheitlich angeschlagen übersah ich gleich in der Eröffnung beim Streben nach Vereinfachung eine taktische Abwicklung, die mir einen Minusbauern und einen Isolani einbrachte. Nach der Abwicklung in ein Doppelturmendspiel keimte etwas Remis-Hoffnung auf, um nach dem nächsten taktischen Aussetzer samt erneutem Bauernverlust diese dann gleich wieder zu begraben - 3,5:2,5.

Dagegen hatte Martin an Brett 5 seine Partie aus der Eröffnung heraus anscheinend fest im Griff und war optisch klar im Vorteil. Einhergehend damit war aber auch der Zeitverbrauch hoch, so dass er in Zeitnot wohl zur Vereinfachung dann eine Abwicklung in ein vermeintlich sicheres Turmendspiel wählte. In diesem war allerdings sein vormals starker Freibauer nicht mehr zu halten, und durch die Bauernverteilung war das Endspiel nun glatt verloren - 3,5:3,5.

Entscheidend für das Endergebnis erwies sich damit die Partie an Brett 4. Jan spielte mit Weiß in der Eröffnung gewohnt aktiv und stellte Schwarz bald vor Probleme. Nach Damentausch und Türmen auf der 7. Reihe schien es nur eine Frage der Zeit, bis die schwarze Stellung zusammenbricht. Stattdessen verteidigte sich Schwarz zäh und konnte seinerseits mit einem gedeckten Freibauern am Damenflügel das weiße Spiel binden. Im dann folgenden taktischen Gemetzel verflüchtigten sich in Zeitnot die weißen Drohungen, so dass auch hier schlussendlich ein für uns verlorenes Turmendspiel auf dem Brett stand - 3,5:4,5.

Am Ende also wieder eine knappe wie ärgerliche 3,5:4,5-Niederlage. Damit stehen wir zwar nicht auf einem Abstiegsplatz, aber dies nur aufgrund der besseren Brettpunktzahl. In den kommenden beiden Runden spielen wir nun gegen unsere Tabellennachbarn Friesen Lichtenberg und SC Kreuzberg 3. Hier müssen wir unbedingt gewinnen, um nichts mit dem Abstieg zu tun zu haben!

CD
30.01.2018

Spielbericht der Frauenmannschaft vom 27.01./28.01.2018

In den Runden 1-3 der 2. Frauenbundesliga Staffel Ost waren wir bereits sehr erfolgreich in die aktuelle Schachsaison 2017/2018 gestartet. Alle drei Wettkämpfe wurden mit hoher Brettpunktzahl gewonnen, so dass wir vor dem Wochenende in Leipzig als Spitzenreiter mit 2 Punkten Vorsprung in die Wettkämpfe gingen. Wir traten nicht in unserer Stammaufstellung und somit vermeintlich ersatzgeschwächt an, diese sollte sich jedoch für unsere Gegnerinnen als fatal erweisen. Wir spielten in folgender, wie sich herausstellen sollte, sehr starken Aufstellung:

  • 1. Brett: Brigitte Burchardt
  • 2. Brett: Constanze Jahn
  • 3. Brett: Antje Göhler
  • 4. Brett: Sibylle Heyme
  • 5. Brett: Iris Mai
  • 6. Brett: Sylvia Wolf
  • Nach 3 Stunden Spielzeit erreichten Brigitte und Sylvia an den Brettern 1 und 6 in ausgeglichenen Stellungen jeweils ein Remis, zu dieser Zeit stand Antje an Brett 3 bereits auf Gewinn. Dieser wurde dann souverän eingefahren. Sibylle arbeitete sich an Brett 4 aus einer äußerst gedrückten Schwarzstellung bestens heraus und konnte in der Zeitnotphase gegen die bis dahin ungeschlagene Martina Beltz zunächst einen Stellungsvorteil mittels Figurenopfer und später einen tollen Gewinn verbuchen. Mit dem soliden Remis von Iris an Brett 5 war unser Wettkampf bereits gewonnen, so dass der Verlust von Conny an Brett 2 nach einer spannenden Kampfstellung verschmerzbar war. Siegergebnis: 3,5 : 2,5

    Nach einem netten abendlichen Ausklang bei einem guten Leipziger Italiener traten wir am Sonntag gegen die SG Leipzig-Lindenau an. Zunächst schlug die „Remiszange“ an Brett 1 (Brigitte) und 6 (Sylvia) wieder zu. Dann purzelten in kurzer zeitlicher Reihenfolge die Siege an Brett 5 (Iris), Brett 2 (Conny), Brett 3 (Antje) und Brett 4 (Sibylle). Nach 3 Stunden war alles vorbei, Siegergebnis: 5:1!

    Da die nunmehr zweitplatzierte Mannschaft USV TU Dresden einen Mannschaftspunkt liegen ließ, gehen wir in das letzte Wettkampfwochenende mit 3 Mannschafts –und 6,5 Brettpunkten Vorsprung. Unser Ziel ist damit klar: Wir wollen die Saison 2017/2018 mit dem 1. Tabellenplatz abschließen!

    Ob und wie uns das gelingt, können alle Interessierten erfahren, die uns zu unserem Heimspiel im DERAG Living Hotel Weißensee (Parkstr.87) am 17./18.2.2018 die Daumen drücken. (Spielbeginn Samstag 14 Uhr, Sonntag 9 Uhr)

    Gudula Seils
    25.01.2018

    Alle Jahre wieder...

    ...bitte an die Bezahlung des Mitgliedsbeitrags denken!

    CD
    25.01.2018

    TSG Oberschöneweide – Rotation Pankow 4,5 : 3,5

    Die 5.Runde der Oberliga Nordost ergab das ewig junge Duell alter Bekannter. Beide Seiten traten in Bestbesetzung an, so dass ein spannender Kampf zu erwarten gewesen ist.

    So kam es schließlich auch, allerdings anders als vermutet. Nach knapp 2 Stunden waren bereits 4 Partien in den gemütlichen Remishafen eingelaufen. Noch schneller als der Verfasser waren die Partien von Lars, Ben und Jörg beendet. Jeder mag hierfür seine eigenen persönlichen Gründe gehabt haben, aber mannschaftsdienlich ist sicher anders. In allen Paarungen waren wir – zum Teil klar – favorisiert. Jan, Edel-Kibitz und Kenner beider Vereine brachte es dann auch auf den Punkt : In ausgeglichener Stellung sollte bei so einer Konstellation Weiterspielen Pflicht sein ! Recht hat er !

    Clemens hatte ein frühes Remisangebot seines Gegners D. Rosenthal sportlich ausgeschlagen, entschied sich in einer sehr dynamischen Stellung dann aber leider für eine schlechte Abwicklung und war mit Problemen konfrontiert. Inwieweit diese schon entscheidend waren vermag ich nicht zu beurteilen. Wenig später mussten wir hier aber die Null quittieren.

    Bernd kam schwer in die Partie und hatte zumindest nach Meinung seines mit Chemiker-DNA ausgestatteten Gegners Jens zwischenzeitlich auch mächtig Glück. Im Endeffekt ein erspielt und erkämpftes Remis, auch wenn wir uns hier sicher etwas mehr erhofft hätten.

    Der ganze Kampf hing somit an den Partien Horn – Guth und Stark – Dr. Müller.

    Thomas spielte zwar eine Einbahnstraße die jedoch in einer Sackgasse zu enden schien. SF Horn pendelte 20 Züge lang mit seinem Turm zwischen a8 und b8 während der thomasische König von g1 bis nach b6 wanderte und wieder zurück. Die Kibitze vermochten nicht im Ansatz hier ein Durchkommen zu erkennen. Aber unser bester Kämpfer hatte noch eine verdammt listige Idee erspäht. Nachdem Alterspräsident R.P. zwischenzeitlich eskalierte und zum eigenen Schutz kurz an die frische Luft eskortiert wurde behielt Horn kühlen Kopf und neutralisierte kurz aufkommende Hoffnungen souverän, was mit einem halben Punkt verdient belohnt wurde.

    Hoffnungsfroh stimmte lange Minis Partie. Neben einem Stellungsvorteil verwaltete er auch einen gesunden Mehrbauern. Für den die Szenerie früh verlassenden SF Syre war die Sache klar, "4:4" und verabschiedete sich in den freien Sonntag. Die Stellung war allerdings kein technischer Selbstläufer und die beiderseitige Zeitnot tat ihr übriges. Mal schien es, als wäre die Stellung gekippt, dann nicht zu gewinnen und schließlich, da geht noch was… Am Ende des Tages neutralisierten sich die ungleichfarbigen Läufer und die Niederlage war mit = 7 und -1 besiegelt.

    SB
    18.01.2018

    Die Zweite berichtet: Im Tabellenkeller nichts Neues!

    "Dieses Mal schreibt jemand anderes den Bericht!" sagte Detlef, nachdem er zuvor über sechs(!) Stunden schachliche Schwerstarbeit geleistet hatte - es war die letzte Partie des BMM-Wettkampfes SC Kreuzberg II gegen Rotation Pankow II. Und recht hat er, denn neben seiner Hauptfunktion als Cheftrainer ist Detlef in letzter Zeit vor allem auch als Chefchronist eingespannt gewesen (Auch wenn ich Deine Berichte sehr gern lese, Detlef!). Und da liegt es dann auch nah, dass Bericht erstatten darf, wer am Sonntag als Erster fertig war: Nachdem ich in der Eröffnung eine vielversprechende Möglichkeit ausgelassen hatte, bot mir mein Gegner nach gut 2,5 Stunden Remis. Obwohl die Stellung sicherlich etwas besser für mich war, nahm ich nach einigem Überlegen an; meine bisherigen Saisonleistungen und ein Blick auf die anderen Bretter waren mir Grund genug. Denn Peter, der nicht müde wird zu betonen, wie oft er nun schon schwarz hatte (aktueller Stand: vier Mal nach fünf Runden), stand seinen Unkenrufen zum Trotz ausgangs der Eröffnung ausgezeichnet: Zum einen drohte nach La6 ein Qualitätsgewinn auf f1 und zugleich der Einstieg eines Springers auf d3. Und als kurz danach auch noch der Läufer auf g7 zum Leben erwachte, wurden erst ein paar Bauern eingesammelt und dann der Punkt souverän eingefahren. Andererseits war auch Normans Niederlage beizeiten absehbar. Bei einem Schlagab- inklusive Damentausch in der Eröffnung hatte er wohl einen gegnerischen Zwischenzug übersehen, der eine Figur kostete. Bei mir keimte zwar kurzzeitig Hoffnung auf, als Norman noch einen zweiten Bauern für die Figur bekam. Aber nachdem dann schnell die Türme vom Brett verschwanden, schleppte er die Partie zwar noch eine Ewigkeit weiter, ohne dass am Ausgang jedoch noch Zweifel aufkamen.

    An den anderen Brettern war die Lage wesentlich unklarer. Christian ging gewohnt aggressiv zu Werke: Den ersten angebotenen (Morra-)Bauern verschmähte der Gegner noch, aber Christian ließ nicht locker. Für den Bauern bekam er etwas Spiel (der gegnerische König verblieb zunächst in der Mitte, und Christian drohte auf den schwarzen Feldern einzudringen), doch verschwanden wohl zu viele Figuren vom Brett, so dass sich der Gegner konsolidieren konnte und sogar noch einen zweiten Bauern abgriff; irgendwann stand ein hoffnungsloses Turmendspiel auf dem Brett, welches auch nicht lange währte. Jan hingegen wehrte sich wie immer mit allen Kräften und dies war auch nötig: Nachdem ihm die Stellung nach beidseitig zurückhaltender Eröffnung inklusive frühzeitigem Damentausch zu trocken war, versuchte er auf Kosten seiner Bauernstruktur (g:f6) etwas Leben hineinzubringen. Dies misslang jedoch völlig und er wurde im Endspiel Stück für Stück überspielt. Mit einigem Erfindungsreichtum, aktivem Spiel und wohl auch unter Mithilfe des Gegners konnte Jan am Ende das Remis halten - ganz kurz keimte sogar noch Hoffnung auf etwas mehr auf, aber schon wenige Züge später standen nur noch zwei Könige auf dem Brett.

    Jürgen konnte sich im Jahrgangsduell an Brett 2 in der Eröffnung das Läuferpaar sichern, um danach erst mal auf der Hut zu sein, nicht in einen gegnerischen Angriff am Königsflügel zu geraten. "Safety first" war also zunächst das Motto, und als der gestandene Gegner es mit seinen Offensivbemühungen wohl etwas übertrieb, konnte Jürgen selbst erste aktive Akzente setzen und weitere Schwächen provozieren. Schließlich wurde das Läuferpaar in eine Mehrqualität getauscht, was kurze Zeit später auch die Partie beendete, denn zu viele Bauern drohten zusätzlich verloren zu gehen. Die wohl letztlich entscheidende Partie des Wettkampfes spielte Dominic gegen den amtierenden Berliner Seniorenmeister. Nach solider Eröffnungsbehandlung konnte er sich mit starkem Spiel nach und nach Vorteile herausarbeiten, die zu einem Endspiel mit Freibauer auf der a-Linie führten. In sehr aussichtsreicher (wenn nicht gar Gewinn- ?) Stellung, griff Dominic jedoch leider fehl und stellte zweizügig eine Figur ein. Wie gut die Stellung zuvor war, zeigte sich daran, dass Dominic dank des a-Bauerns trotz Minusfigur wohl immer noch nicht auf Verlust stand - erst als dieser Bauer verloren ging wurde es sehr schwer. Im schließlich resultierenden Endspiel Läufer gegen Läufer+Springer+Bauer konnte Dominic zwar noch mit einer kleinen Pattidee aufwarten. Aber die Frage, ob denn der erfahrene Gegner mit Läufer und Springer mattsetzen könne, wurde von diesem letztendlich souverän beantwortet.

    Und auch wenn Dominics Partie über drei Partieformulare und mehr als 120 Züge ging, so war es doch - wie bereits eingangs erwähnt - nicht die letzte des Wettkampfes: Am Spitzenbrett kam es zum mit Vorfreude erwarteten Duell des Cheftrainers gegen den Meister der schachlichen Kurzreportage. Dass diese Partie bis in die siebte Stunde ging, war auch dem Umstand geschuldet, dass die Uhr noch im Zweitligamodus war und nach der Zeitkontrolle statt 30 beiden Spielern jeweils 50 Minuten gutgeschrieben wurden. Dies sorgte kurzzeitig für etwas Aufregung bei unserem schiedsrichternden Christian, während der Schiedsrichter des Gastgebers erstaunlich gelassen blieb. Aber nach kurzer Beratung beschlossen wir, den Umstand der nicht korrekt eingestellten Uhren zwar auf dem Spielberichtsbogen zu vermerken, aber ausdrücklich auf einen Protest zu verzichten, denn aus unserer Sicht wurde die Entscheidung der Partie dadurch nicht beeinflusst. (Wie man als Vorsitzender des Vermittlungsausschusses mit ähnlichen Situationen umgeht, kann man bei Jan in einer Episode der "Geschichten aus dem Pavillon" erfahren.) Doch vor allem schachlich hatte es die Spitzenpaarung in sich. Detlef kam nach ruhiger Eröffnung und frühzeitiger Aufgabe des Läuferpaares zu gefährlicher Aktivität am Damenflügel, der sein Gegner das konsequente Vorpreschen des h-Bauern gegen den Fianchetto-Läufer auf g2 entgegen setzte. Äußerst kämpferisch aufgelegt gab Detlef die Qualität für einen Bauern und setzte auf aktives Figurenspiel und gegnerische Passivität; objektiv befand sich die Stellung wohl im Gleichgewicht. In der Folge konnte sein Gegner jedoch mithilfe plötzlich auftauchender Mattmotive den Damentausch forcieren und sich aus seiner passiven Lage befreien, so dass es ein Spiel auf nur noch zwei Ergebnisse wurde - mit kühlem Kopf und ruhiger Hand erreichte Detlef am Ende das Remisufer. (Für eine ausführliche Analyse der Partie verweise ich auf das einstündige Video "Abenteuer auf dem Schachbrett, Teil 25" seines Gegners auf YouTube.)

    So stand letztendlich eine 3,5:4,5 Niederlage zu Buche - ein Unentschieden war sicherlich möglich wenn nicht sogar verdient. Aber nach der dritten Niederlage in Serie werden die Aussichten immer finsterer - zumal die Konkurrenz am Tabellenende nun auch zu punkten angefangen hat. Ein Sieg muss her! Am besten gleich in der nächsten Runde am 28. Januar zu Hause im Klassiker gegen Bero.

    Martin
    09.01.2018

    Die Zweite berichtet: Durchreise in den Tabellenkeller!

    Nach der der Auswärtspleite in Hohenschönhausen galt es nun diese Schlappe im ersten „echten“ Heimspiel der Saison auszuwetzen. Um es kurz zu machen, dieses Vorhaben ist deutlich gescheitert. Dabei ließ sich der Auftakt des Kampfes noch relativ gut an. In Bestbesetzung antretend konnte Jürgen für uns nur durch seine körperliche Anwesenheit nach der halben Stunde Karenzzeit den ersten Punkt verbuchen und uns in Führung bringen. Dabei blieb es erstmal, nur die Entwicklungen an den restlichen 7 Brettern waren in der Gesamtheit nicht vielversprechend. Christian folgte einer Partie von Topalov gegen Radjabov, die der Aseri trotz gedrückter Stellung irgendwann in den Remishafen steuern konnte. Das wusste auch der gut vorbereitete Gegner und ein Spiel auf ein Tor begann. Der Präsident verwaltete nach 2 Positionssäcken (L:g3 vor der gegnerischen kurzen Rochade und c5-c4) eine positionelle Ruine und auch der Angriff von Norman wirkte etwas hemdsärmlig aber nicht chancenlos. Viel ist über die Variante (hier Milner-Barry-Gambit) geschrieben worden, das Endergebnis ist immer gleich. Ob Peter die Qualität geopfert oder einfach nur eingestellt hatte, das entstandene Endspiel bot nur noch geringe Remisaussichten. Einzig Dominic in einer aus der Eröffnung heraus gutgeführten Partie und der immer kämpferisch vorbildliche Jan gaben Grund für Optimismus. Nach ca. 2 Stunden keimte etwas Hoffnung auf. Im taktischen Innenfight schien Jan für einen Moment auf der Siegerstraße zu sein, aber der Gegner führte die Verteidigung überaus listenreich. Nachdem sich der Rauch verzog, schien nur ein Remis bei guter Verteidigung in Reichweite zu sein. Zwar konnten sich die Protagonisten am Spitzenbrett neutralisieren und auch der Präsident hatte nach einigen Ungenauigkeiten des Gegners völlig überraschend sogar noch zarte Kontersiegchancen aber nach den Niederlagen von Christian und Peter lagen wir hinten 2,0 – 3,0. Zu allem Überfluss ging es bei Dominic in Gewinnstellung nicht richtig weiter und Norman überzog seine bestimmt nicht verlorene Position. So stand letztendlich eine wohlverdiente 3,0 – 5,0 Niederlage zu Buche, denn wenn man keine Partie regulär gewinnen kann…

    Fazit: Wir müssen wieder mehr Durchschlagskraft entwickeln, da kommt der Auswärtskampf beim Spitzenreiter und Branchenprimus Kreuzberg II gerade recht.

    Detlef
    aktualisiert am 18.04.2018